5 x 5 im Februar

11 - Umkämpftes Eiland

Eine kleine Inselgruppe im Ozean – und doch Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen, ja sogar von Krieg war einst die Rede.

Wie so häufig ist auch diese Geschichte geprägt von Ausbeutung der Ortsansässigen und ihrer lokalen Ressourcen – anfangs für gut 25 Jahre lang von den Russen und ohne, dass das groß jemanden interessierte - obwohl es sich (zumindest zu Beginn) um das Territorium eines anderen europäischen Staates handelte. Nach diesen war den Inseln nur eine kurze Ruhezeit von etwa 10 Jahren vergönnt (während der sich aber ihre die nationale Zugehörigkeit änderte), bis ein einzelner Glücksritter unter dem Eindruck einer (in anderer Ausprägung auch kürzlich wieder aufgetretenen) Mangelsituation auf dem Festland sie zusammen mit seinem Schwager heimsuchte und wiederum auf Raubzug ging. Obwohl er die Hälfte seiner Beute bei der Rückreise in einem Sturm verlor, war sein Gewinn so groß, dass er damit angeblich eines der ersten Theater in der aufstrebenden Heimatstadt errichten konnte (wobei in anderen Quellen davon die Rede ist, er sei Apotheker gewesen und geblieben). Angestachelt von diesem Erfolg gründete er sogar eine Firma zur weiteren Ausbeutung einer der Inseln und verschaffte sich ein Quasi-Monopol.

Mit der Zeit war aber auch das Interesse anderer Renditewilliger geweckt und auch die Bewohner eines wenige Jahre später in offiziellem Auftrag auf einer der Inseln errichteten Bauvorhabens mischten neben ihrer eigentlichen Tätigkeit fleißig im Ausbeutergeschäft mit, was die Situation weiter verkomplizierte. In den kommenden Jahren rüstete man auf, bedrohte sich regelmäßig; sogar Geschütze in den Transportbooten der verschiedenen Gruppierungen wurden gesichtet, weil es dann und wann zu Kaperungen kam. Bündnisse wechselten, meist kämpfte aber jeder gegen jeden.

Als sich acht Jahre nach der Fertigstellung des oben genannten Gebäudes eine Gruppe Italiener anschickte, illegalerweise einen Stützpunkt auf der Insel zu schaffen, entwickelte sich ein Feuergefecht, das ein Todesopfer und Verletzte auf beiden Seiten forderte.
Für diese Aktion wurde der Anführer der italienischen Gruppe später wegen Mordes verurteilt, wegen eines Verfahrensfehlers aber wieder freigesprochen.

Gut 30 Jahre nach Gründung der ursprünglichen Ausbeuter-Firma wurde deren Geschäftsgrundlage verboten. Allzu großen Gewinn warf sie ohnehin nicht mehr ab; heute sind die Inseln eine Schutzzone, nicht zuletzt für die verbliebenen Nachkommen der ursprünglichen Bewohner. Was aber offenbar niemanden daran hinderte, in der Umgebung nuklearen Abfall zu verklappen.

Wie lautete der Nachname des verurteilten Anführers der italienischen Gruppierung?